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 | MENSCHEN GEBEN UNS DIE WICHTIGSTEN AUFGABEN |

Immer wieder wird Joachim Franz gefragt:
Vielen "Extremsportlern" geht es um das oft beschworene „Erfahren eigener Grenzen“. Wie ist das bei Ihnen? - Franz: Früher ja. Ich habe mal fast 120 Kilo gewogen und deshalb mit dem Sport angefangen. Sechs Monate danach bin ich schon meinen ersten Marathon gelaufen. Das ging alles sehr schnell – Triathlon, Ironman und dann schon eigene Expeditionen. Aber wenn man dann in Asien oder Afrika unterwegs ist, kann man die Augen vor dem Problem HIV/Aids nicht einfach verschließen. Seitdem mache ich keinen Sport im strengen Sinne mehr, sondern nutze das Potential des Sports als Motor für humanitäre Aktionen gegen Aids. Also geht es für mich ganz klar in erster Linie um eine sehr intensive Arbeit gegen Aids und dann erst um die sportliche Umsetzung.
Wie sieht Ihre Aufgabe aus? - Franz: In den vergangenen Jahren haben ich mit meinem Team Afrika, Asien und Osteuropa bereist. Wir klären auf, organisieren Pressekonferenzen vor Ort, knüpfen Kontakte mit lokalen Aids-Organisationen, sammeln Spenden und bringen diese Aufklärung auch zurück nach Deutschland. In einem eigenen Schulprojekt "be your own hero", aber auch in Abendvorträgen versuchen wir hier Menschen aller Altersstufen etwas über die globale Aidsproblematik näher zu bringen und sprechen über die Verantwortung, die jeder dabei trägt. Wir arbeiten mit nationalen und internationalen Institutionen zusammen und haben jetzt 11 eigene weltweite Projekte, die wir gezielt und langfristig unterstützen. Und damit habe ich nur einen Bruchteil unserer Arbeit beschrieben.
Frustriert es Sie nicht, dass man mit Extrem-Aktionen mehr Aufmerksamkeit erregt als mit schlichter Aufklärung? - Franz: Es ist schwer, ein unpopulär gewordenes Thema zurück in die Medien zu bringen. Anfang der 90er machte Aids bei uns noch Schlagzeilen, bald schien es, dass vor allem die "reichen" Länder das HIV/Aidsproblem im Griff hatten. Falsche Einschätzungen, fehlende finanzielle Grundlagen und eine kaum vorhandene Strategie, all das machte den allgemeinen Umgang mit HIV/Aids in unserer Gesellschaft sehr nachlässig, gerade bei Jugendlichen. So kommt es, dass wir nun drastisch steigende Infektionszahlen auch bei uns in Deutschland haben.
Unser Gedanke der "aids awareness expedition" sagt, dass wir es schaffen müssen, einzigartige Ideen zu produzieren. Und dies immer wieder, jedes Jahr auf ein Neues. Aus der Kombination einer spektakulären sportlichen Leistung und einem damit verbundenen extremen Engagement lässt sich ein großer und sehr weitreichender Effekt erzielen. Warum sollte ich also frustriert sein? Uns ist es gelungen, etwas zu etablieren, womit man dieser allgemeinen Ignoranz hervorragend entgegenwirken kann. Das macht Mut und gibt Kraft für immer neue Ideen.
Wer finanziert Ihre "aids expeditionen"? - Franz: Wir sind stolz darauf, langjährige Partner gefunden zu haben, die ebenfalls Verantwortung übernehmen wollen und es auch tun. "Responsibility & Partnership" - das bedeutet, gemeinsam immer wieder das schwierige Thema HIV/Aids auf den Tisch zu bringen. Mit unseren Partnern erarbeiten wir Möglichkeiten der Finanzierung und Durchführung der Expeditionen. Dazu gehören auch Dienst- und Sachleistungen. Außerdem gibt es eine große Zahl an Teammitgliedern, die ehrenamtlich, oftmals auf eigene Kosten und mit dem Einsatz ganzer Jahresurlaube die verschiedenen Aktionen möglich machen. Dadurch sind unsere Expeditionen sehr viel günstiger als vergleichbare kommerzielle Expeditionen. Zum Beispiel der Aufstieg auf den 7438 Meter hohen Pik Pobedy, auf den wir eine Aidsschleife gestellt haben: Hier begleiteten uns Berufsbergsteiger, die üblicherweise 25.000 Dollar pro Expedition verdienen, im Rahmen dieser "aids awareness expedition" aber keine Honorare verlangten. Nur unter Beteiligung von vielen Menschen ist es so möglich, mehr Spendengeld zu erarbeiten, als Ausgaben nötig sind. Auch hier sind wir soviel ich weiß das einzige Team, dem das in jedem Jahr auf ein Neues gelingt. Also: Alle gemeinsam tragen die Kosten und die Verantwortung!
Gibt es Zuschüsse vom Staat? - Franz: Wie wir alle wissen, sind die Gelder in allen Bereichen knapp. Nun will ich an dieser Stelle nicht darüber urteilen, warum das so ist und wo die Verantwortung dafür liegt. Sicher ist, dass wir alle gemeinsam etwas unternehmen müssen und so sind wir zufrieden damit, dass uns immer wieder, auch von politischer Seite, Gehör geschenkt wird.
So haben sich bisher viele Politiker an unsere Seite gestellt, wie Bundeskanzlerin Angelika Merkel, Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, Ex-Familien- und Sozialministerin Renate Schmidt, Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann, Ministerpräsident Christian Wulff, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit und viele mehr. Wir arbeiten über das Außenministerium mit den deutschen Botschaften in der ganzen Welt zusammen und schätzen diese Zusammenarbeit sehr. Diese aktive politische Unterstützung bringt uns in unserem Streben an vielen Stellen weiter, als "nur" finanzielle Hilfe zu bekommen.
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Zum zweiten Mal lädt Sympatex, Partner der "aids awareness expeditionen" seit 2004, Joachim Franz als humanitären Botschafter nach Riva/ Italien ein. Beim größten Bikefestival der Welt am italienischen Gardasee wird Joachim Franz erneut den Sport als aktives und erfolgreiches Element der weltweiten ... |
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